Biographie II - Tätigkeit an der
Universitätsklinik Heidelberg
Da ich während meiner Promotionsarbeit ohne Promotionsstipendium auskommen musste,
arbeitete ich von 1995 bis nach der Publikation meiner Doktorarbeit 2002 zunächst in
der Universitäts Frauenklinik. Später wechselte ich zur Neurochirurgie der Universitäts
Kopfklinik. Die Tätigkeit eines Patientenbetreuers bot mir, abgesehen vom Einkommen,
einen Ausgleich zu meinem oftmals sehr theoretischen und abstrakten Forschungsfeld.
Zu Beginn jedoch musste ich mir einiges an sowohl theoretischem als auch praktischem Wissen
aneignen (meine Kenntnisse insbesondere der Neurologie kommen mir heute im Bereich emotionale
Intelligenz u. Stressmanagement sehr zugute). Denn mit der Welt der Medizin und Krankenpflege
betrat ich einen mir bis dato völlig unbekannten Bereich.
Schon bald erkannte ich, dass sich bei diesem, im weiteren Sinne psycho-sozialen Dienst am
Patienten für mich etwas lernen ließ. Dieses Etwas könnte man vielleicht mit 'Einblick in
psychologische und psychosomatische Zusammenhänge' umschreiben. Darüber hinaus erachte
ich meine damalige Tätigkeit als wunderbar komplementär und hinsichtlich seiner Wertigkeit
als quasi äquivalent zu meinen eigenen damaligen wissenschaftlichen Studien.
Aus einer anfänglichen Tätigkeit des Begleitens, besonders bei Patienten im Bereich der
ambulanten Chemotherapie, wurde eine Tätigkeit des Betreuens. Durch meine etwas ungewöhnlichen
Position zwischen den einzelnen Leistungsträgern und Stationen konnte ich einen Blick für
die Sorgen und Nöte der Patienten entwickeln.
Ich verbrachte nun mehr Zeit mit dem einzelnen Patienten und konnte mich in den Bereich der
psycho-sozialen Betreuung einarbeiten. Dieser, wie mir scheint, kommt an einer naturgemäß
wissenschaftsorientierten Universitätsklinik leider etwas zu kurz.
Meine Tätigkeit an der Universitätsklinik betrachte ich daher durchaus unter dem
Gesichtspunkt der (Aus-)Bildung, sowohl hinsichtlich meiner individuellen
Persönlichkeitsentwicklung, als auch der therapeutisch verwendbaren Kenntnisse und Erkenntnisse.
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