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Streifzug durch die Welt der indischen
Mystiker und Dichterheiligen
- ihre Gedichte u. Gesänge -

Der Zustand des Selbst ist zum Vorschein gekommen.
Die Neigungen sind verschwunden;
Glückseligkeit regiert das Höchste;
Jener Eine treibt hier sein Spiel.
Jnanadeva sagt: Blicke auf zum Himmel,
finde das Absolute auf die gleiche Weise.
 
Jnaneshvar

 

Quelle: exoticindia.com     
Wenn es um die großen Mystiker und Dichterheiligen Indiens geht, fallen einem sogleich die Namen von Nanak(links), Kabir, Mirabai, Jnaneshvar, Tukaram, Namdev, Lalla-Ded usw. ein, die noch heute weit über die Grenzen Indiens hinaus berühmt und beliebt sind. Diese großen Frauen und Männer des Geistes und Wortes kamen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und religiösen Traditionen.
Dennoch verband sie eines miteinander - die unmittelbare Erfahrung dessen, was sie je nach dem mit innerem Selbst, Gott, göttlichem Bewusstsein, höchster Liebe, usw. bezeichneten. In ausdruckstarken Gedichten und Gesängen brachten sie ihren Mitmenschen diesen erhabenen Zustand und den jeweiligen Weg, auf dem sie zu
 
ihm fanden, nahe. Dabei scheint die Kraft ihrer eigenen Erfahrung geradezu in ihren Worten zu stecken und den Hörer oder Leser in den Bann zu schlagen. So vielleicht ist ihre ungebrochen hohe Popularität auf der ganzen Welt erklärbar.
 
Doch nicht nur ihre Werke selbst, sondern auch die Art, wie sie lebten und wirkten war und ist faszinierend und mag auch heute noch für so manchen von uns vorbildhaft und inspirierend sein. Z.B. oben zitierter Jnaneshwar, wörtlich übersetzt ‚Herr' oder ‚Meister' des Wissens war eines jener einzigartigen Phänomene der Spiritualität. Er, den man ehrerbietig Jnaneshwar Maharaj (wörtl. großer König) nannte und nennt, wurde im Jahre 1271 geboren. Er führte, ganz zum Missfallen der damaligen Autoritäten, die Sprache des einfachen Volkes als Sprache der Literatur und Philosophie ein und schrieb im Alter von 19 Jahren einen der maßgeblichen Kommentare zur Bhagavadgita. Ferner schrieb er tausend Gedichte und zwei Hauptwerke - und das alles, bevor er mit 21 starb, bzw., wie es traditionellerweise heißt, Mahasamadhi, den Zustand der vollkommenen Verschmelzung mit dem Absoluten, erlangte.
 
Auf diesem ‚Streifzug durch die Welt der indischen Mystiker und Dichterheiligen' werden wir einer ganzen Reihe solcher charismatischen Persönlichkeiten begegnen, deren Aussagen und Lehren zeitlose Juwelen der Weisheit und des Mitgefühls darstellen, und die uns noch heute Hilfe und Unterstützung auf unserem eigenen Lebensweg sein können.
 
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